Kräutersegnung/Maria Himmefahrt am 15. August 2018 in Stapelfeld

Messe am 10. Juni 2018 in Schwichteler

Hess du di verloopen?

 

Es hatte alles so schön werden sollen. Nicht in Schwichtelers Kirche, sondern nebenan im sommerlichen Klosterwald sollte am 10. Juni der Sonntagsgottesdienst stattfinden. Bereits eine Stunde vor Beginn waren die Bläserinnen und Bläser des Stapelfelder Parforce-Ensembles zum Einblasen vor Ort. Schließlich wollten sie ihr musikalisches Gelingen so wahrscheinlich wie möglich machen. Punkt 8 Uhr standen sie unterm weiten Dach mächtiger Buchen. Sie hatten sich neben dem Altar positioniert. Der stand nicht einfach nur da, ihm war mitten im Wald ein roter Teppich unter die Füße gelegt worden. Und engagierte Schwichteler hatten auch bereits lange Bankreihen in die Naturkathedrale gestellt, Lautsprecher verkabelt und Mikrofone gerichtet. Doch beim Einblasen der Hörner fiel dem Himmel etwas ein, was er seit Wochen völlig vergessen zu haben schien. Ganz Südoldenburg hatte schon gemunkelt, der Himmel habe das Regnen wahrscheinlich völlig verlernt, doch ausgerechnet an diesem Morgen fing er an, den Stapelfelder Bläsern zu zeigen, dass er nichts verlernt hatte. Er zeigte sich sogar richtig übermütig, dieser Schwichteler Himmel, indem er das feuchte Geschehen auch noch mit vereinzelten Donnerschlägen akustisch untermalte. Nicht, dass die Stapelfelder aus Zucker wären, und grundsätzlich sind sie auch nicht sonderlich ängstlich, aber mit ihrem klingenden Metall in der Hand wurde ihnen beim drohenden Gewitter doch ein wenig mulmig. „Klar, hier ist es wunderschön,“ sagten sie sich. „Geradezu himmlisch schön, aber wenn wir nicht bald freiwillig abhauen, droht uns hier die Vertreibung aus dem Paradies.“ Darum schnappten sämtliche musizierenden Adams und Evas ihre Hörner und zogen mit hängenden Schultern um und ab in die Kirche.

 

Man könnte glauben, der Planer dieser sakralen Veranstaltung hätte schon zeitig durch himmlische Botschaft von der Vertreibung aus dem Klosterwald erfahren, denn er hatte diesen plattdeutschen Gottesdienst unter das Motto gestellt: „Hess du di verloopen?“ Doch wer dem Zelebranten Pater Sebastian Hackmann während seiner Predigt lauschte, begriff schnell, dass mit diesem fragenden Motto nicht die Bläser gemeint waren. Jedenfalls nicht ausschließlich sie. Im übertragenen Sinne seien große Teile unserer heutigen Gesellschaft dabei, sich zu verlaufen, so Pater Sebastian. Er erzählte von so manchen Beobachtungen, dachte mit Blick auf die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft laut nach über das Verhalten so vieler Zuschauer: „Es ist erstaunlich, wie lauter Individualisten in der Menge stehend wie aus einem Mund jubeln und gröhlen.“ Das Eintauchen in solch eine Gemeinschaft lasse für einige Zeit alle Unterschiede vergessen. Allerdings gehe es nicht darum, „dass die beste Mannschaft gewinnt, sondern wir.“

 

Eine ähnliche Sehnsucht nach Gemeinschaft zeige sich bei Open-Air-Konzerten. „Mitten drin zu stehen, im Miteinander zu sein, das vermittelt ein Gefühl der Stärke.“ Und mit Blick auf den Sport stellte er fest: „Wir fühlen uns am wohlsten, wenn wir sagen können: Ich bin nicht nur gut, ich bin der Beste.“ In der großen Politik herrsche ein ähnliches Denken. Dort gehe es mächtigen Machern vielfach vor allem darum, „die Welt, die Natur und den Menschen in den Griff zu bekommen, um sie dann nach eigenen Interessen zu formen.“ Und solches Verhalten zeige sogar prüfbare Erfolge, „denn uns hier geht es so gut wie keiner Generation unserer menschlichen Geschichte.“ Da sei es geradezu verständlich, dass solches Denken an Kinder weitergegeben werde. „Am liebsten würden wir unserem Nachwuchs doch schon 2018 sichtbar aufs Hemd drucken: Abitur 2030.“

 

Doch was ist nach dem Fußballspiel und wenn vom Konzert der letzte Ton verklungen ist? Was dann geschehe, erinnere ihn an das Verhalten der Wildgänse, die auf dem Deich am Dümmer sitzen: „Sie stehen auf, und so manche, die dann durchstarten, lassen ihren Mist einfach hinter sich.“ Bei großen gesellschaftlichen Ereignissen scheine es ganz ähnlich zu sein. Dort stehe man auf und verlasse das Feld, ohne sich um den selbst verursachten Mist zu kümmern. „Es ist,“ sagte der Prediger, „als seien wir dabei, im Finden und Umsetzen unserer Stärken den Blick auf die Erde, auf unsere zerbrechliche Seite, zu verlieren.“ Dieser Nebeneffekt sei aber keine Nebensache mehr, er führe uns die Frage vor Augen, „ob wir nicht realitätsfremd werden. Denn es ist lebensgefährlich, wenn wir den Allmächtigen spielen wollen und es auch tun.“

 

Zum Ende der Predigt - die Stapelfelder Parforcebläser hatten ihr donnerndes Verscheuchtwerden aus dem Klosterwald-Paradies schon vergessen - fiel es ihnen wieder ein. Nun war es  nämlich Pater Sebastian, der auf die Vertreibung aus dem Garten Eden zu sprechen kam. Diese Geschichte wolle uns vor Augen halten, „was in uns steckt und wer wir sind.“ Darin gehe es nicht um die Versuchung der Frau, die dann am Unheil Schuld sei. Diese Geschichte zeige uns, der Mensch bleibe so lange im Paradies, „wie er nicht aus dem Blick verliert, dass er Teil dieser Erde ist. Aber er will alles, will sich alles aneignen, will selbst bestimmen, was gut und böse ist.“ Allerdings sei er nicht in der Lage, zu den Folgen seiner versuchten Allmacht zu stehen. Aber Pater Sebastian sagte auch, was einer Gesellschaft, die sich derartig verlaufen habe, helfen könne: „Dass wir uns Schritt für Schritt wieder auf den Weg machen, Augen und Ohren öffnen, einander begleiten und ein Zuhause geben.“

 

Neben dem gesprochenen Wort des Zelebranten gab es für die Gottesdienstbesucher in Schwichteler auch noch eine Art schriftliches Navi. Eines, das davor bewahren kann, die Frage „Hess du di verloopen?“ irgendwann einmal mit einem Ja zu beantworten. Es stammt von Klaus Kokenge aus Cappeln. Er hatte es als zwölfseitiges liturgisches Begleitheft auf den Plätzen ausgelegt und somit allen ein paar geistliche Impulse für die Suche nach einem guten Weg an die Hand gegeben. Darin stehen auch zwei Strophen, die der 1894 in Goldenstedt geborene Priester Franz Morthorst einst in plattdeutscher Sprache für das Lied „Großer Gott wir loben dich“ gedichtet hat. Begleitet von den Hörnern des Stapelfelder Parforce-Ensembles sang es die Gemeinde und erfüllte den gesamten Kirchenraum mit einem Klang, über den manche sagten: „Der ging unter die Haut.“

 

Heergott, grot is diene Macht.
Heer, wi willt di aaltied priesen.
Du kanns us bi Dag un Nacht
ganz allein den Weg bloß wiesen.
Mag dei ganze Welt vergaohn,
diene Macht, dei bliff bestaohn.

Aals, wat läwt up disse Welt,
in dei Luft, up ´t wiete Waoter,
baoben äöwer ´t Wolkentelt,
aales röpp tau di, us Vaoder:
Help us aal dör Christi Dod,
nähm us up in dienen Schot.

Andreas Kläne

Die Bilder aus Schwichteler 2018 wurden uns überlassen durch Ludwig Neekamp. Vielen Dank!

konzertante Messe am 29.10.2017 in Cloppenburg, St. Andreas

Waldmesse bei Schürmanns Stein in Resthausen

52. Kreisbläsertreffen in Elsten

konzertanter Gottesdienst am 29.04.2017 in Löningen

Münsterländische Tageszeitung 25.04.2017

konzertante Messe in Friesoythe am 22.10.2016

mit freundlicher Genehmigung der Münsterländische Tageszeitung, vom 24.10.2016                                   

Gottesdienst als konzertante Messe für Orgel und Naturhorn

Waldmesse 2016 in Schwichteler

eine bildliche Nachlese von Martha Münzebrock aus Schwichteler

Waldmesse 2015 in Resthausen Schürmanns Dicker Stein

eine bildliche Nachlese von Andreas Böhm aus Molbergen

Waldmesse 2013 im Dwergter Sand

eine bildliche Nachlese von Andreas Böhm aus Molbergen

Waldmesse 2013 im Dwergter Sand © Andreas Böhm

Uraufführung: „Schöpfungspoesie à la Parforce“

 

 

Eine musikalische Uraufführung war am Samstag, 17.08.2013 in der St.-Bernhard-Kirche in Emstekerfeld zu erleben. Im Gottesdienst um 16.30 Uhr führte das Stapelfelder Parforce-Ensemble und Karsten Klinker (Orgel) ein Werk des französischen Komponisten Gaston Chalmel auf. Zelebrant war Pfarrer Dr. Marc Röbel, Konzelebrant der emeritierte Pfarrer Alois Menke, die musikalische Leitung hatte Helmut Krause.

 

Peter Aumann, Mitglied des Bläserensembles, hatte das um 1945 entstandene Werk als handschriftliche Komposition ausfindig gemacht. Nach Bearbeitung für Naturhorn und Orgel durch Helmut Krause kam es nun unter dem Titel „Schöpfungspoesie à la Parforce“ zu seiner ersten Aufführung. Das Markante dieser Musik beschrieb ihr Komponist Gaston Chalmel mit dem „inbrünstigen Ton des Parforcehorns“. Er entwickele sich „zu einem majestätischen Gleichklang,“ während bei den Zuhörern das Bewusstsein für die besondere Feierlichkeit des Gottesdienstes entstehe.

Poesie aus Hörnern: Bläser rufen die Romantik an

Stapelfelder Parforce Ensemble trat im Garten der Burg Arkenstede auf / Auch Dichter ließen sich bezaubern. (Münsterländische Tageszeitung)

Zurück zur Romantik: Das Parforce Ensemble im Garten der Burg Arkenstede. Foto:Heidkamp
Text: Heidkamp



Das "Stapelfelder Paeforce Ensemble" begleitete die Eröffnungsfeier 



Video: Museumsdorf eröffnet neue Ausstellung ...

nwzonline.de30. März 2012
Die Jagd? ein fürstliches Vergnügen? im Haus Arkenstede des Museumsdorfs ... Süße Verführungen im ...

 

Zehn Jahre Parforce.pdf
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Hubertusmesse am 07.11.2010 in der St.Andreas Kirche / Cloppenburg
Zehn Jahre Parforce.pdf
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St. Petrus, Quakenbrück
Konzert in Quakenbrück
Herbstliche Hornmusik in St.Petrus.doc
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Waldmesse im Dwergter Sand
NWZ 2010-08-29 Waldmesse.pdf
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Waldmesse im Dwergter Sand
NWZ 2010-08-29-1 Waldmesse.pdf
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Hubertusmesse in Thüle / 2009
Hubertusmesse in Thüle / 2009